Fotografieren lernen – Von Packerlsuppen und Haubenköchen

/, Persönliches/Fotografieren lernen – Von Packerlsuppen und Haubenköchen

Fotografieren lernen – aber wie?

“Von Packerlsuppen und Haubenköchen…”
Nein, das ist kein Titel für einen Krimi im Sterne-Restaurant-Millieu, sondern hat schon auch etwas mit Fotografie zu tun.

Fotografieren lernen…ist nicht nur, seine Kamera halbwegs im Griff zu haben sondern viel, viel mehr.
Fotografie ist letztendlich eine persönliche Ausdrucksform. Und somit sollte auch diese Persönlichkeit in die Bilder einfliessen.
Was hat das nun mit Packersuppen und Haubenköchen zu tun wird sich nun mancher Leser fragen?

Seit Adobe Lightroom halbwegs gut nutzbar ist (seit Version 3) geistern im Internet tausende Lightroom Presets herum. Diese werden teilweise gratis und teilweise auch zum Kauf angeboten. Natürlich habe ich diese Möglichkeit der automatisierten ‘Bildbearbeitung’ ausprobiert und mich durch viele Presets durchgehangelt. Letztendlich waren viele schier unbrauchbar (teilweise weil der Ersteller offenbar nicht genau wusste was er/sie tut), und bei den meisten Anderen blieb oft ein schaler Geschmack über den Bildern hängen.

Meistens waren die Ergebnisse der Presets bestenfalls ‘nett’, aber in den wenigsten Fällen den Werbebildchen ähnlich.

Was will ich nun damit sagen und was hat das verdammt nochmal mit Packerlsuppen zu tun?

Presets (egal ob Lightroom oder z.B. Capture One) sind grundsätzlich eine tolle Sache um dem Fotografen die Arbeit zu erleichtern.
Aber so wie ein Haubenkoch seine Gerichte bis ins Detail ‘Inszeniert’ und nie zur Packerlsuppe greifen wird, so sollte auch ein Fotograf ‘seinen’ Bildlook finden statt austauschbaren Brei aus dem Internet runter zu laden. Grundsätzlich spricht nix gegen einen vorgegeben Preset – wenn man diesen dann für seine Bedürfnisse anpasst. Wer will schliesslich hören ‘oh, die Bilder schauen aus wie von XXX’ 😉

Presets von Kollegen sind aber eine tolle Möglichkeit um sich tiefer in LR (oder CaptureOne) einzuarbeiten und ein besseres Verständnis zu bekommen. Dazu muss man ‘nur’ den Preset analysieren und die Funktion versuchen zu verstehen – dann ist es ein Leichtes, sich für siene Arbeit seinen Bildstil zu gestalten. Dies hat auch den Vorteil, dass man den Stil auf seine eigene Kamera abstimmt und nicht von Zufällen abhängig ist. Ein ‘schauen wir mal, welcher Filter vielleciht gut aussieht’ passt zu Instagram oder Snapchat – bei halbwegs ernsthafter Fotografie finde ich die Imbisbuden-Methode ein bisschen schwach. Für mich besteht hier einfach der Anspruch meinen Kunden individuelle Gerichte zu servieren statt Feriggerichte aus der Kühlvitrine. Und wenn man weiß wie es geht, ist man mit eigenen Presets mindestens genaus so schnell wenn nicht schneller wie mit dem Einheitsbrei aus dem Internet – und man weiß auch noch was man tut 😉

In diesem Sinne – die Welt braucht Fotografen auf Haubenkochniveau statt noch mehr Convenience-Brei aus dem Packersuppen-Regal.

Auf den Geschmack gekommen? Presets erstellen ist nicht schwer -> Lightroom-Kurs

2018-11-19T04:28:32+00:00