Inspiration und Frustration – das YinYang der Fotografie

//Inspiration und Frustration – das YinYang der Fotografie

Inspiration und Frustration – das YinYang der Fotografie

Gestern war ich wieder mal in einer tollen Ausstellung. Edward Burtynsky im Kunsthaus Wien.

Edward Burtynsky’s Werke wurde in eindrucksvollen, großformatigen Prints im Schattenfugenrahmen präsentiert. Es ging in dieser Ausstellung schlicht um “Wasser”. Doch die Arbeiten waren alles andere als schlicht. Sie waren schlichtweg atemberaubend und von einer teilweise fast abstrakten Schönheit.
Wenn man dann die Begleittexte liest, bleibt einem dann aber manchmal die Luft weg. Burtynsky dokumentiert in epischer Schönheit die Zerstörung der Natur und Verschwendung unserer Wasser Ressourcen.

Für Fotografen besonders interessant, ein kurzes Video das Burtynsky mit seinem Team bei der Arbeit zeigt. Und den ernormen Aufwand um solche Bilder zu schaffen.

Was hat dies nun mit dem Titel dieses Textes zu tun?

Ganz einfach: Ich war tief beeindruckt von der Arbeit dieses Fotografen. Dieser Eindruck hält auch heute, einen Tag später noch an. Obwohl ich mich nicht im Bereich der Landschafts- oder Dokumentarfotografie bewege, war die Auseinandersetzung mit diesen Arbeiten schon extrem bereichernd und inspirierend.

Social Media – Fluch oder Segen für die eigene Kreativität?

Als Fotograf kommt man um Social Media kaum herum. Es stehen schier endlose Ressourcen an Bildmaterial als Inspirationsquelle zur Verfügung. Tolle Sache, möchte man meinen, aaaaaber….
Wer hat sich noch nie gedacht “Wow, die sind ja alle so gut – da kann ich nicht mitspielen….”?
Vergleichen spornt an, kann motivieren besser zu werden, sich zu fordern und weiterzuentwickeln. Es birgt aber auch ein großes Frust-Potenzial in sich. Dieser Frust liegt in der ‘Bewertung’ des für mich eigentlich ‘Unbewertbaren’. Wer entscheidet, ob ein Bild von Schiele oder Dürer besser ist oder vielleicht ein Bild eines bisher unbekannten Dorfmalers?

Die Herausforderung beim Betrachten von Bildern anderer Fotografen liegt für mich darin, den Wertungsrichter in meinem Kopf auszuschalten und zu analysieren was oder warum mir ein Bild gefällt, oder eben nicht.

Und hier schliesst sich der Kreis zur gestrigen Ausstellung. Edward Burtynsky’s Arbeiten haben mich maßgeblich aufgrund ihrer ungewöhnlcihen Aufnahmeperspektiven beeindruckt. Die Fotos wurden meist aus großer Höhe gemacht, manchmal vom Helikopter, manchmal mit einer Drohne oder auch mal von einem Baukran hängend. Es ergeben sich dadurch Blickwinkel, die einem selbst als gewöhnlciher Reisender in den Regionen verwehrt bleiben, aber die essentiell sind um die Schönheit und gleichzeitig das Ausmaß der Katastrophe zu verdeutlichen. Aus den gewohnten Perspektiven wäre dies einfach unmöglich.

Ja, es ist aufwändig. Ja, es ist teuer. Und Ja, deshalb macht es auch kaum jemand – und genau deshalb hängen solche Bilder dann in namhaften Museen und Ausstellungen. Es ist nicht der technische Aufwand und die tollen Kameras. Es ist die Erkenntnis, dass es nur so möglich ist, diese Message mit Power zu transportieren….

Noch eine kleine Randnotiz: Ich sammle Fotobücher. Und war schon versucht mir Eines mit zu nehmen. Obwohl sehr schön gedruckt und gebunden, konnte das Buch den grossformatigen Prints nicht im Ansatz das Wasser reichen – es gehen leider einfach zu viele Details verloren und so würde es den Bildern auch gehen, wenn man sie auf Instagram, Pinterest etc. betrachtet. Manche Fotos brauchen halt einfach Größe…..

Robert

Mehr Überblick über Edwad Burtynsky findet ihr hier: https://www.artsy.net/artist/edward-burtynsky

2018-11-19T12:24:26+00:00