Und warum fotografierst du?

//Und warum fotografierst du?

Und warum fotografierst du?

Das ist wahrscheinlich die Frage aller Fragen die sich jeder Fotograf mal stellt (stellen sollte).
Die digitale Fotografie hat das Verhalten der Fotografen stark verändert: Alles ist billiger, einfacher und schneller geworden. Das ist besonders im Bereich Social Media zu bemerken. Jeder knipst wild mit dem Smartphone drauflos und die schiere Masse der Bilder erschlägt einen geradezu.

Dabei ist natürlich unvermeidlich, dass auch die Menge an belanglosem Zeug exponentiell angestiegen ist. Die Aufmerksamkeitsspanne eines Bildbetrachters sinkt daher auch entsprechend.

Umso mehr sollte sich jeder, der sich intensiver mit Fotografie beschäftigt obige Sinnfrage stellen 🙂

Für mich gibt es ganz klar 2 völlig verschiedene Ansätze:
*) Ich fotografiere für mich, oder
*) ich fotografiere für jemand anderes (Kunde,Freund,etc.)

Beide Bereiche sind für mich als Berufsfotograf unerlässlich und gleichbedeutend!

Wenn ich für einen Kunden fotografiere sind ausschliesslich die Wünsche und Anforderungen des Kunden bestmöglich umzusetzen. Dazu braucht es oft viel Einfühlungsvermögen um überhaupt herauszufinden was der Kunde eigentlich gerne hätte oder sich vorstellt. Meine Vorstellungen werden hier hintangestellt. Ich berate natürlich, setze aber letztendlich den Kundenwunsch um. Hier gibt es allerdings auch Grenzen weil ja letztendlich oftmals mein Name mit dem Ergebnis verbunden ist. Beim Wunsch nach z.B. Color-Keys würde ich den Kunden an Kollegen weiterleiten 🙂

Wenn ich allerdings für mich fotografiere kümmert es mich mittlerweile nicht mehr, ob ich mit den Bildern den Geschmack der Masse treffe oder nicht. Hier geht es mir um die persönliche Freiheit und den individuellen Ausdruck meiner Ideen und Sichtweisen.
Das kann gefallen, oder auch nicht – das liegt im Auge des Betrachters.
Wenn ein Bild ausser mir auch nur einem Menschen gefällt und kurz Freude bereitet, habe ich mein Ziel erreicht.

Das ist auch der Grund, warum ich diesen Blog schreibe. Wenn auch nur wenige davon profitieren und etwas mitnehmen können, hat sich die Arbeit gelohnt. Wenn es mehr werden und geteilt wird, umso besser 🙂

Dass dieser Ansatz zu den persönlichen Arbeiten nicht immer so war brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen. Fotografen (so wie viele andere Künstler) leben und streben natürlich primär nach Anerkennung. Auch ich habe in den Anfängen des Internets Bild um Bild in Foren geteilt, ständig in der Hoffnung auf viele anerkennende Kommentare. Im Laufe der Zeit habe ich aber erkannt, dass dies so virtuell wie das Internet ist und mit schon gar kein ‘Qualitätskriterium’ darstellt. Diese Erkenntnis hat es mir auch leicht gemacht mit ggf. negativen Kommentaren gut umgehen zu können.
Dadurch habe ich für mich auch den ‘Wettbewerbsdruck’ aus meiner freien Fotografie wieder komplett rausnehmen können und kann mich nun viel besser auf meine Bilder konzentrieren und habe wieder endlos viel Spass am Fotografieren gewonnen.

Diese Sichtweise versuche ich natürlich auch in meinen diversen Kursen und Lehrgängen zu vermitteln. Dort bemerke ich oft, dass sich Fotografen unbewusst selbst im Weg stehen, sich im Social-Media-Wettkampf verzetteln und ihr Potenzial nicht nützen. Es ist dann umso schöner zu sehen, wenn hier und da mal ein Knopf aufgeht 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch viele tolle Fotos und noch viel mehr Spass am schönsten Job/Hobby der Welt !!

2018-11-21T13:27:34+00:00